Diese Informationsseite zu Stahl-Futures soll Akteuren aus der Stahlbranche helfen, das Konzept „Future“ besser zu verstehen. Außerdem soll sie allen, die sich dafür interessieren, einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen im Bereich Risikomanagement geben. Steel Business Briefing steht in ständigem Kontakt mit allen wichtigen Marktakteuren. Wir sind der führende Anbieter von Informationen über Stahl-Futures.
Der Handel mit Futures hat in vielen Branchen bereits eine lange Tradition, so beispielsweise bei Geschäften mit NE-Metallen. Für den Stahlsektor existieren bislang allerdings nur regional begrenzte Future-Kontrakte auf drei Finanzmärkten. In den kommenden zwölf Monaten sollen jedoch weitere folgen.
Stahl-Futures - Eine Bestandsaufnahme
Als erstes seiner Art wurde am 29. Oktober 2007 ein Future auf Betonstahl von der Dubai Gold and Commodities Exchange (DGCX) aufgelegt. Sollte der Markt Interesse zeigen, wird die DGCX weitere Stahl-Futures speziell für die Golfregion anbieten. Bei dem Betonstahl-Kontrakt handelt es sich um einen lieferbaren Kontrakt für Lose zu 10 t Betonstahl der Güte BS4449 (1997) W460B Typ 2 von Erzeugern, die von der Börse zugelassen wurden. Nähere Informationen finden Sie unter www.dgcx.ae.
Die einzigen anderen Future-Kontrakte, die momentan auf dem Markt sind, werden beide in Indien gehandelt. Die National Commodity & Derivatives Exchange (NCDEX) bietet ein Future auf kleine Rohstahlblöcke an, die Multi Commodity Exchange of India (MCX) verfügt über einen Kontrakt auf Warmband und Rohblöcke. Der Handel mit diesen Kontrakten ist bislang scheinbar sehr begrenzt. Wenn Sie mehr über diese speziellen Futures erfahren möchten, besuchen Sie bitte die Webseiten www.ncdex.com und www.mcxindia.com.
Die London Metals Exchange (LME) plant zudem, 2008 zwei Stahl-Future-Kontrakte auf Vierkantknüppel in Betonstahlqualität aufzulegen. Ein Kontrakt wird den Asien-Pazifik-Raum abdecken, der zweite die Mittelmeerregion. Es handelt sich um lieferbare Kontrakte, Andienungsorte sind von der LME anerkannte Lagerhäuser. Gehandelt werden Knüppel aus China (Qualität: HRB 500, 20 SiMn) bzw. Russland (Qualität: GOST 380-94, 5 sp/ps) in Losen zu 65 t von Herstellern, die für den Handel an der Börse zugelassen sind. Der Startschuss für diese Kontrakte fällt am 28. April 2008, wobei der telefonische und elektronische Handel bereits ab dem 25. Februar 2008 möglich sein wird. Weitere Information finden Sie auf der Webseite der LME.
Die New York Mercantile Exchange (NYMEX) will in den nächsten sechs Monaten ebenfalls mit einem Future-Kontrakt auf Stahl an den Start gehen. Es handelt sich hierbei um einen Kontrakt auf Warmband aus dem Mittleren Westen (Stärke: 0,2 Zoll, Breite: 48-60 Zoll) zu Losen von 20 t. Der Kontrakt der NYMEX wird durch Barausgleich erfüllt. Somit erfolgt anstelle der physischen Lieferung die Zahlung der Differenz zwischem dem Basis-Referenzpreis und dem aktuellen Kurs. Näheres erfahren Sie hier: www.nymex.com.
Auch die Shanghai Futures Exchange zieht in Erwägung, demnächst einen weiteren Stahl-Future-Kontrakt aufzulegen.
Zur Ermittlung der Preise und der Berechnung der Referenzwerte hat The Steel Index eine eigene Methode entwickelt, die es uns ermöglicht, Ihnen jede Woche aktuellion and calculation processes, provides independent, accurate and fully verifiable weekly steel reference prices. Die Referenzpreise von The Steel Index können als Abrechnungspreise
für Stahl-Futures und andere Produkte der Finanzmärkte dienen.
The Steel Index ist ein Tochterunternehmen von Steel Business Briefing, Abonnenten von SBB erhalten daher einen Preisnachlass von 10% auf die wöchentlichen Referenzpreise. Melden Sie sich jetzt für ein kostenloses Probe-Abo an!
Was sind Future-Kontrakte?
Future-Kontrakte dienen dem finanziellen Risikomanagement: Mit ihnen sichern sich Unternehmen gegen Preisrisiken ab, indem sie
sich beim Kauf oder Verkauf einer bestimmten Menge eines Produkts auf
Lieferung zu einem zukünftigen Datum bei heute ausgehandeltem Preis
festlegen.
Jeder Markt zeichnet sich durch ihm eigene Risiken aus. Während manche Marktteilnehmer Risiken nach Möglichkeit vermeiden, haben andere ein besonderes Interesse an ebensolchen Risiken. Diese werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst: Schwankungen der Zinssätze, Währungskurse sowie die Fluktuation der Aktien- und Rohstoffpreise spielen dabei ebenso eine Rolle wie Energiekosten u.Ä. Futures sind börsengehandelte Terminkontrakte, bei denen Risiken abgesichert werden. Andere Werkzeuge, die im Risikomanagement eingesetzt werden, also zum Beispiel nicht börsengehandelte Kontrakte (Forwards) oder Swaps werden traditionell von einzelnen Unternehmen angeboten /sind traditionell von einzelnen.... worden.
Was versteht man unter Hedging?
Future-Kontrakte ermöglichen eine bessere Identifizierung der Preisrisiken. Gleichzeitig sind sie ein Mittel, um besagtes Preisrisiko zu minimieren. Viele Stahlhersteller betreiben bereits Hedging mit Währungen und Energieträgern, andere tun dies mit einem Teil oder allen den ihnen zu Verfügung stehenden Rohstoffen wie beispielsweise Zink, Zinn oder Nickel.Im Prinzip steht diese Möglichkeit allen Akteuren der Branche offen - Erzeugern genauso wie Händlern, Lagerhaltern und Endverbrauchern.
Hedging kann als
„Ausschaltung eines gegebenen Risikos in einem Markt durch das freiwillige Eingehen eines ebenso großen, entgegengetzten Risikos in einem anderen Markt
“ definiert werden.
Seit wann gibt es Instrumente zur Risikoabsicherung?
Die Menschheit sucht seit Tausenden von Jahren nach Mitteln und Wegen, um sich vor möglichen Risiken zu schützen. Im antiken Griechenland verkauften Bauern einen Teil ihrer Olivenernte zu einem Festpreis, der bereits Monate vor dem Einfahren der Ernte bestimmt wurde. So konnten sie das Risiko teilweise auf die Käufer umlegen. Im alten Rom existierte ein Terminmarkt für Getreide. Grundlage von Termingeschäften können die unterschiedlichsten Produkte wie zum Beispiel Rohstoffe, Währungen, Indizes oder Wertpapiere sein. Allein in den USA ist der Markt für Futures in den letzten zehn Jahren von 300 auf 600 Millionen Kontrakte gewachsen (ein Kontrakt kann in verschiedenen Einheiten ausgegeben werden, zB: 25 t, 5.000 l usw.).
Risikomanagement in der Stahlbranche - ein neuer Trend?
Neu sind Maßnahmen zur Risikobegrenzung zwar auch in der Stahlbranche nicht, es sind jedoch bislang nur sehr wenige Future-Kontrakte verfügbar, sowohl was die Regionen angeht als auch was die Produkte betrifft, für die Terminkontrakte erhältlich sind, das Handelsvolumen ist in diesem Bereich daher mehr als überschaubar.
In den 1990er Jahren wurden in China eine Reihe von Kontrakten eingeführt. Es wurden damals sogar drei Handelsplätze eröffnet, auf denen mit dem Stahlpreisrisiko gehandelt werden konnte. 1994 wurden alle drei aufgrund mangelnden Marktinteresses geschlossen. Dies lag möglicherweise an einer unzureichenden Regulierung der Börsen, die aus diesem Grund mehr als für Spekulationsgeschäfte genutzt wurden, als dass man sie für das Risikomanagement eingesetzt hätte. Im Augenblick wartet die Shanghai Futures Exchange auf eine Genehmigung, um Ende 2006 einen neuen Future-Kontrakt auf Stahl einführen zu können.
In Indien bieten momentan zwei Handelsplätze Future-Kontrakte auf Stahl an - MCX (auf Vorblöcke und Warmband) einerseits, NCDEX (ausschließlich auf Vorblöcke) andererseits. Die Handelsaktivität scheint allerdings stark begrenzt zu sein.
Was den Nahen Osten angeht, so plant die Dubai Gold and Commodities Exchange (DGCX) die Einführung eines Future-Kontrakts auf Rohstahl für Ende 2006.
Welche Vorteile bieten Stahl-Futures und welche Risiken bergen sie?
Vorteile
Risiken
Kontrolle des Preisrisikos
Preisrisiken können minimiert und idealerweise kontrolliert werden.
Referenzpreis
Transparente Preise vereinfachen/erleichtern öffentliche und interne Verhandlungen mit anderen Marktteilnehmern wie Gewerkschaften und Regierungen/Regierungsvertretern. Futures tragen zu einer größeren Preistransparenz bei. Da sie auf öffentlichen Märkten gehandelt werden und als der and acknowledged as the most transparent price, kann (in der Theorie) kein einzelner Akteur Einfluss auf den Preis nehmen.
Erfahrungen mit anderen Branchen (z.B. Erdöl und Aluminium) zeigen, dass zwischen den Spotpreisen verwandter Produkte ein unmittelbarer Zusammenhang besteht. Im Hinblick auf Stahlerzeugnisse könnte das bedeuten, dass ein Future-Kontrakt auf ein Produkt, beispielsweise Warmband, als Referenzpreis für andere Produkte wie Kaltband oder Brammen ion price for other products such as cold rolled coil or slabs with a premium or discount. Aus den gleichen Gründen würde auch der Umgang the management of raw materials relationships could also be made easier – Eisenerz-Kontrakte könnten beispielsweise an die Warmbandpreise gekoppelt sein on an exchange; hence protecting margins.
Prognose-Tool
Futures können dabei helfen, objektivere Investitionsentscheidungen zu treffen/dabei helfen, objektivere Entscheidungen über Investitionen zu treffen. Decision making on capital investment can be more objective. Wenn Hersteller einen Überblick über / eine genauere Vorstellung von ihren zukünftigen Einnahmen haben - beispielsweise für/über die nächsten fünf Jahre - könnten ihre Produktionskapazitäten besser steuern/ihre Produktion gezielter sie Knowing the future revenue streams – say for a period ultimately up to five years ahead means that producers should be able to better plan capacity. Eine derartige Planungssicherheit bezüglich des zeitlichen Rahmens sowie der Finanzen könnte dazu beitragen, die Kapitalkosten zu senken.
Geringere Kapitalkosten für die Hersteller
Banken verlangen höhere Zinssätze von Unternehmen, die in risikoreichen Branchen tätig sind. Kann nun ein Produzent nachweisen, dass sich sein Cashflowrisiko durch den Future-Handel verringert, werden Banken eher bereit sein, ihm günstigere Kredite einzuräumen bzw. ihm überhaupt einen Kredit zu gewähren. So könnten auch kleinere Unternehmen, die bislang nicht als kreditwürdig angesehen wurden, in der Lage sein, ein Darlehen zu erhalten. Der Handel mit Stahlfutures könnte sich daher positiv auf die gesamte Branche auswirken: Die Menge des zur Verfügung stehenden Kapitals könnte sich so erhöhen, gleichzeitig würden das Kapital günstiger werden, was die Profitabilität insgesamt erhöhen würde.
Konsolidierung (des Marktes)
In einigen Branchen hat der Rückgriff auf/der Einsatz von Futures/Futurekontrakte dazu geführt, dass eine stärkere Branchen/Bereichskonsolidierung stattgefunden hat/dass sich die einzelnen Sektoren/hat aufgrund des Einsatzes von Future-Kontrakten eine Konsolidierung der Branche stattgefunden. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der offene/flexible This is because the open exchange price and related transfer pricing (e.g. a premium between CRC and HRC) make vertically integrated businesses less risky. Zudem ermöglicht es der offene/flexible/transparente Börsen/Handelspreis, das Risiko auf die gesamte Industrie umzulegen und so für den Einzelnen zu reduzieren. Wenn Stahl-Futures sich also am Markt durchsetzen sollten könnte dies dazu führen, dass einige Unternehmen sich auf die Herstellung von Knüppel oder Brammen spezialisieren, während as others strengthen their downstream operations. So können sich die Unternehmen auf ihre Stärken besinnen und sich jeweils in dem Bereich spezialisieren, in dem sie am besten sind.
Mangelnde Liquidität
If companies do not use futures contracts, i.e. there is a lack of liquidity or traction in the market the concept will simply fail. However, the underlying der Inventarwert (asset value) der Stahlindustrie als Ganzes ist enorm. Von Einigen wird er auf 440 Mrd. $ geschätzt, wohingegen der Marktwert der Basis- und Edelmetallbranche bei rund 130 Mrd. $ liegt. Auch die Absatzzahlen der Stahlindustrie sind einPlus the annual turnover of the steel industry is massive; between $200bn and $300bn. Aus diesem Grund ist es wahrscheinlich, wenn auch nicht absolut sicher, dass Thus it is likely that liquidity will develop, but not certain.
Spekulation
Problematisch wäre der Future-Handel dann, wenn zu wenige Stahlkonzerne sich daran beteiligen würden. Theoretisch könnten einzelne Händler in diesem Fall eine Monopolstellung erlangen. Allerdings ist dieses Szenario höchst unwahrscheinlich, solange die Ausgestaltung des Kontrakts dieser Tatsache Rechnung trägt und eine funktionierende Börsenaufsicht existiert.
Auseinanderdriften der Spotmarkt- und der Future-Preise
Dies wäre denkbar, wenn entweder Spekulanten am Markt aktiv sind oder die Liquidität zu gering ist. Die Existenz eines Marktmonopols könnte dazu führen, dass die Future-Preise steigen und sich vom Spotmarkt abkoppeln.